Bischofswappen jetzt auch im Dom zu finden

30. Juli 2015 um 23:00 Uhr

wappen_eb_hesse_mit_pallium_www_300x200Das Wappen des neuen Erzbischofs von Hamburg ist – wie es in Bischofskirchen üblich ist – nun auch im St. Marien-Dom zu finden: Nachdem Dr. Stefan Heße am Fest St. Peter und Paul (29. Juni) in Rom von Papst Franziskus das Pallium verliehen wurde (siehe hier), wurde das Wappenschild (Bild) nun im Dom über der Kathedra angebracht.

Der quadrierte Wappenschild zeigt in Feld 1 zwei gekreuzte weiße (oder silberne) Schlüssel auf rotem Grund, in Feld 2 einen sechsstrahligen blauen Stern in weiß (silber), sodann in Feld 3 einen blauen Fluss auf weißem (silbernen) Grund und in Feld 4 in rot ein weißes (silbernes) Herz, aus dem ein weißes (silbernes) Kreuz wächst.

Schlüssel, Stern und Herz mit Kreuz sind dem Wappen des Erzbistums Hamburg entnommen, wobei die beiden Schlüssel Petri auf das in der Reformation untergegangene Erzbistum Hamburg-Bremen verweisen. Herz und Kreuz entstammen dem Wappen des Bischofs Niels Stensen (1638–1686) und stehen für den mecklenburgischen Teil des Erzbistums. Der Stern bezieht sich auf die Gottesmutter Maria, Patronin der Stadt Hamburg sowie der Kathedralkirche des Erzbistums. Gleichzeitig erinnert der Stern an den offenen Himmel, den der hl. Stephanus, Namenspatron von Erzbischof Heße, vor seinem Martyrium sah (Apg 7,56).

Der Fluss erinnert an die Herkunft des Erzbischofs vom Rhein, verweist aber auch auf die Elbe sowie die Nord- und Ostsee – Hamburg ist das einzige deutsche Bistum, das an den Ufern beider Meere liegt. Zudem ist der Fluss ein Bild für die Kirche, die als lebendige Glaubensgemeinschaft wie das unaufhörlich fließende Wasser ständig in Bewegung ist, und mahnt den Erzbischof an seine Aufgabe als Brückenbauer.

Begleitet wird der Schild von den heraldischen Insignien des Erzbischofs: Hinter dem Schild steht ein goldenes Doppelkreuz, das Vortragekreuz des Erzbischofs, überhöht von einem so genannten Prälatenhut in grün mit beidseitig an roten Schnüren herabhängenden, je zehn grünen Quasten; unter dem Schild das Pallium, eine bei feierlichen Gottesdiensten getragene, ringförmig zusammengenähte Wollstola mit schwarzen Seidenkreuzen. Die Wappendevise „Apud Deum omnia possibila“ ist dem Matthäus-Evangelium (Mt 19,26) entnommen und lautet übersetzt: „Für Gott ist alles möglich“.