Papst Benedikt V.

Zu den außergewöhnlichen Ereignissen in der Geschichte des Hamburger Doms gehört die Verbannung des römischen Papstes Benedikt V.
Benedikt wurde am 25. Mai 964 zum Papst gewählt. Aber die Wahl stand unter schlechten Vorzeichen. Kaiser Otto I. wollte einen eigenen Papst durchsetzen. Er ließ Rom belagern, und Benedikt V. wurde in die Verbannung geschickt, an den letzten Vorposten des christlichen Abendlandes, nach Hamburg. Die „Stadt“ bestand nur aus ein paar Häusern, geschützt von einem Erdwall. Der „Dom“ war aus Holz gebaut, umgeben von Erde und Schmutz. Der Gast aus Italien hielt diesen Bedingungen nicht lange stand. Er starb am 4. Juli 965. Seine Gebeine wurden nach Rom zurückgebracht und bestattet.

Benedikt V. gilt aber bis heute als rechtmäßiger Papst. Im Hamburger Dom errichtete das Kapitel ein Grabmal (Kenotaph), das aber mit dem Abriss des Doms zerstört wurde. Heute sind Reste von diesem Grabmal im Hamburgmuseum vorhanden (Foto rechts). Im neu gestalteten Dom soll ein Glas-Denkmal an den einzigen in Hamburg gestorbenen Papst erinnern.