Erzbischof Heße erhält vom Papst das Pallium

1. Juli 2015 um 12:07 Uhr

wappen_eb_hesse_mit_pallium_www_300x200Drei deutsche Erzbischöfe haben am Montag (29. Juni 2015) aus der Hand von Papst Franziskus das Ehrenzeichen ihrer neuen Amtswürde, das Pallium, erhalten: der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki (58), der Hamburger Erzbischof Stefan Heße (48) und der künftige Leiter des Erzbistums Berlin, Heiner Koch (61).

Das Pallium sei ein Symbol für ihre seelsorgerische Aufgabe, sagte der Papst bei dem Gottesdienst zur Segnung der Pallien im Petersdom. Es stehe für das Schaf, das der Hirte auf seinen Schultern trage wie Christus, der Gute Hirte. Zugleich sei es ein liturgisches Zeichen der Gemeinschaft zwischen dem Stuhl des heiligen Petrus und seiner Nachfolger und den Trägern des Palliums, den Leitern einer Kirchenprovinz sowie allen Bischöfen, erklärte er.

Franziskus hielt die Bischöfe in seiner Predigt an, eine Kluft zwischen ihrem Lebenswandel und der christlichen Botschaft zu vermeiden. Das wirksamste und echteste Zeugnis bestehe darin, „mit dem Verhalten und dem Leben nicht dem zu widersprechen, was man mit dem Wort verkündet und was man die anderen lehrt“. Es gebe „kein Zeugnis ohne ein kohärentes Leben“, so der Papst. Er erinnerte an den Ausspruch des heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226): „Verkündigt immer das Evangelium, wenn nötig, auch mit Worten.“

Heute, so Franziskus weiter, brauche man „nicht so sehr Meister, sondern vielmehr mutige, überzeugte und überzeugende Zeugen, die sich des Namens Christi und seines Kreuzes nicht schämen, weder vor den brüllenden Löwen noch vor den Mächten dieser Welt“.

Gemeinsam mit den drei Deutschen bekamen das Pallium 43 weitere Erzbischöfe, die in den vergangenen zwölf Monaten zu Leitern einer katholischen Kirchenprovinz ernannt wurden. Das Pallium ist eine weiße Wollstola mit aufgestickten schwarzen Kreuzen, die beim Gottesdienst über dem Messgewand getragen wird. Sie unterstreicht die besondere Verbindung mit dem Papst in Rom.

Weiter forderte Franziskus die Erzbischöfe auf, „Meister des Gebets“ sein. Sie müssten ihre Gläubigen lehren, „dass die Befreiung aus allen Gefangenschaften allein ein Werk Gottes und eine Frucht des Gebetes“ sei. Sie hätten zu verkünden, dass „Gott im richtigen Moment seinen Engel sendet, um uns von den vielen Knechtschaften und den unzähligen weltlichen Ketten zu erlösen“. Er appellierte an die Erzbischöfe, auch persönlich „Engel und Boten der Liebe“ für die Notleidenden zu sein.

Die Verleihung des Palliums erfolgt jedes Jahr am 29. Juni, dem römischen Patronatsfest Peter und Paul. In diesem Jahr hat der Papst den neuernannten Erzbischöfen die Wollstola erstmals nicht mehr persönlich über die Schultern gelegt, wie in der Vergangenheit. Stattdessen händigte er sie ihnen aus. Die Zeremonie der Auflegung soll später in der Kathedrale des jeweiligen Erzbischofs durch den päpstlichen Botschafter erfolgen.

Die 27 Diözesen in Deutschland sind in 7 Kirchenprovinzen zusammengefasst. Metropolitansitze sind Bamberg, Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, München und Paderborn.

Text: KNA