Mit Zimbelstern und Hydraulis

7. März 2013 um 0:20 Uhr

Mit-Zimbelstern-und-HydraulisMit einem fulminanten Konzert im voll besetzten Hamburger St. Marien-Dom ist am Samstag, 23. Februar 2013, das Projekt „Kinderorgel“ von Elbphilharmonie und Erzbistum Hamburg zu Ende gegangen. 140 Viertklässler von sechs katholischen Schulen aus der Hansestadt präsentierten eigene Kompositionen auf selbst gebauten Instrumenten.

Es war eine Leistungsschau der Nachwuchs-Instrumentenbauer: Überall im Dom – auf den Altarstufen, in den Seitenschiffen und rechts und links des Taufbeckens – standen Musikinstrumente Marke Eigenbau. Etwa ein Zimbelstern: Ein filigranes Rad aus Holz, über zwei Meter hoch, behängt mit zahlreichen Glöckchen. Oder eine Hydraulis: Große Plastikrohre, von denen ein Schlauch zu einem Blockflöten-Kopfstück führt. Wird das Rohr in einen Bottich mit Wasser getaucht, so entsteht durch den Überdruck ein Ton. Dazu Tröten und Plastikschläuche, Gläser und Rasseln, hängende Hartkarton-Röhren und hübsch verzierte Harfen – ein ganzer Instrumentenkosmos.

Im Konzert erwachten diese ungewöhnlichen Klangmaschinen zum Leben. Zunächst stellte jede Schulklasse eine eigene kurze Komposition vor, kontrastiert mit zwei Orgel-Miniaturen des französischen Komponisten Olivier Messiaen. Anschließend wurde die mehr als halbstündige Klangcollage „Lux organum“ des Musikers und Musikvermittlers Christian Zech aufgeführt, in der Kirchenmusikdirektor Eberhard Lauer mit originellen Improvisationen die musikalischen Impulse der Kinder aufgriff und weiterführte. Das Publikum lauschte gebannt, gerade an den leisen Stellen war die Konzentration mit Händen zu greifen – und entlud sich dann in begeistertem Applaus.

In einer kurzen Begrüßung ermutigte Erzbischof Dr. Werner Thissen die anwesenden Eltern, ihren Kindern eine gute musikalische Ausbildung zu ermöglichen. „Für die emotionale und soziale Entwicklung ihrer Kinder, zur Förderung von ästhetischem Empfinden und Kreativität gibt es nicht besseres“, so der Erzbischof an die Eltern gewandt. Er bedankte sich bei allen, die mit ihrem Engagement zum Erfolg des Projekts beigetragen haben – vor allem bei Christoph Lieben-Seutter, dem Intendanten der Elbphilharmonie, und seinem Team: „Beide Partner, Elbphilharmonie und Erzbistum, haben sich hervorragend ergänzt. Diese gute Kooperation zwischen Kultur und Kirche macht Lust auf weitere gemeinsame Projekte!“