Papst nimmt Rücktritt von Weihbischof Jaschke an

8. Oktober 2016 um 12:00 Uhr

weihbischof-jaschke-vor-dom-300x200Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch von Weihbischof Hans-Jochen Jaschke mit Wirkung zum 8. Oktober um 12 Uhr angenommen. Jaschke war seit 1989 Weihbischof, zunächst im Bistum Osnabrück, seit 1995 im neu errichteten Erzbistum Hamburg. Am 29. September ist er 75 Jahre alt geworden und hat damit die Altersgrenze für katholische Bischöfe erreicht.

Die Annahme des Rücktrittsgesuchs wurde heute (8. Oktober) in einem Pontifikalamt im Hamburger St. Marien-Dom bekanntgegeben, mit der das Erzbistum Hamburg den 75. Geburtstag seines Weihbischofs Hans-Jochen Jaschke gefeiert hat. Unter den Gästen waren die Hamburger Sozialsenatorin Melanie Leonhard, der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer, die frühere Hamburger Bischöfin Maria Jepsen, das Unternehmerehepaar Eugen und Christa Block, Maria von Welser und die Direktorin des Hamburger NDR-Landesfunkhauses, Sabine Roßbach.

Erzbischof Stefan Heße würdigte Jaschke als „einen Bischof, der bei den Menschen ist, ihren Alltag kennt und teilt und sich nicht in den theologischen oder kirchlichen Elfenbeinturm zurückzieht.“  Der Weihbischof sei ein selbstverständlicher Teil der Hamburger Öffentlichkeit: „Du bist auch da mitten drin, bei den Menschen. Man kann dich wohl im positiven Sinne als „Netzwerker“ bezeichnen“, so Heße.

Für die unbequemsten Themen habe er in Talkshows gesessen und der Kirche ein Gesicht gegeben. „Du hast dich in einer großen Freiheit den Fragen gestellt, die den Menschen unter den Nägeln brennen. Das ist nicht selbstverständlich. Nicht zuletzt das hat dich zum bekanntesten Weihbischof Deutschlands gemacht“, sagte der Erzbischof.

Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz hob in seinem Grußwort hervor, Jaschke stehe für die Gesprächsfähigkeit der katholischen Kirche. Er sehe in dem Weihbischof auch den Philosophen: „Sie sind ein belesener, erfahrener Mann mit durchdachten Ansichten und Einsichten. Einer, mit dem man gerne spricht. Das gefällt mir gut – und das imponiert mir auch“, sagte Scholz.

Der evangelische Landesbischof Gerhard Ulrich dankte dem Weihbischof „für eine lange Weggemeinschaft als Brüder im bischöflichen Amt“. Ulrich verwies auf das gemeinsame, leidenschaftliche Engagement für die Ökumene: „Das Christusfest, mit dem evangelische und katholische Christen das bevorstehende ‚Lutherjahr 2017‘  gemeinsam begehen, bietet große Chancen. Es führt heraus aus einem Denken und Glauben, die, immer noch in den Fluchtlinien von Reformation und ‚Gegenreformation‘ gebunden, das Trennende mehr betonen als das Gemeinsame. Unsere beiden Kirchen sind durch Reformationen hindurchgegangen, wissen von der Pflicht des ‚semper reformanda‘.“ Der Landesbischof erinnerte an die Lernerfahrung, „dauerhaft aneinander zu wachsen, zu reifen und die Reformen der anderen auch als für sich selbst wertvoll zu erkennen – um des gemeinsamen christlichen Zeugnisses willen“. An Weihbischof Hans-Jochen Jaschke gewandt fügte Ulrich hinzu: „Sie gaben und geben diese Erfahrung weiter und sind in diesem Sinne: ein echter Reformierter.“

Hans-Jochen Jaschke wurde 1941 im oberschlesischen Beuthen geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Frankfurt und Münster und wurde 1967 in Osnabrück zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe arbeitete er zunächst als Vikar in Bremen. 1974 promovierte er bei Joseph Ratzinger in München mit einer Arbeit über den heiligen Bischof Irenäus von Lyon. Bis 1983 leitete Jaschke das Niels-Stensen-Kolleg in Münster. Danach war er sechs Jahre Pfarrer in Quakenbrück. Am 8. Januar 1989 wurde er in Osnabrück zum Bischof geweiht und ist seitdem Weihbischof in Hamburg. In der Bischofskonferenz gehörte Jaschke den Kommissionen für Pastoral und Ökumene an; er leitete die Unterkommission für den interreligiösen Dialog.

Quelle: kpi