Segensorte im St. Marien-Dom – Impulse zur Fastenzeit III

Veröffentlicht am 5. März 2021 um 12:00 Uhr

Auch an diesem Freitag der Fastenzeit setzen wir unsere Reihe mit geistlichen Impuls zu „Segensorten“ im St. Marien-Dom fort: Heute denkt Dompropst Franz-Peter Spiza über die Bedeutung des Altars nach, um den sich die Gemeinde zur Feier der Eucharistie versammelt.

 

 

Schriftlesung

Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot. 1 Kor 10,16 f.

 

Impuls

Liebe Schwestern und Brüder!

„Zum Altar Gottes lasst uns treten …“ Mit diesen Worten begann früher jede Heilige Messe, jede Feier des Altarssakramentes, wie wir die Eucharistiefeier auch nennen. Mitten im Altarraum des Domes steht der Tisch des Herrn, um den sich täglich Menschen versammeln, um durch seine Gegenwart gestärkt zu werden. Dem Geheimnis der Eucharistie kommen wir auf die Spur in der Bitte vor dem Empfang des eucharistischen Brotes: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“

In jeder Heiligen Messe wird jener Augenblick präsent, in dem der Herr am Abend vor seinem Tod mit seinen Jüngern zu Tisch saß, das Brot brach und sagte: „Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Mühsam haben die Jünger erst begriffen, was dieses Wort bedeutet: Dass der Herr sich selbst zur Speise macht, um mit unserem Leben zu verschmelzen – und dass sie seinen Tod verkünden, wenn alle von dem einen Brot essen. Vom Kreuz her strömt gleichsam eine neue Sintflut in die Welt, die nicht tötet, sondern unzerstörbares Leben schenkt. Darum singen wir: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde, muss sterben wie ein Weizenkorn, muss sterben, um zu leben (Gotteslob Nr. 460, 1. Strophe).

 

Segensgebet (Gotteslob Nr. 492, 1. Strophe)

Jesus,

du bist hier zugegen, wie der Glaube fest bekennt. Stärke uns mit deinem Segen durch das heilige Sakrament. Deine Gnade, dein Erbarmen sei gepriesen ohne End.

Amen.

 

Foto: Andreas Lechtape