Segensorte im St. Marien-Dom – Impulse zur Fastenzeit VI

Veröffentlicht am 26. März 2021 um 12:00 Uhr

Der heutige geistliche Impuls zu Segensorten im St. Marien-Dom stammt von Weihbischof Horst Eberlein und lädt ein, vor dem Kreuz zu verweilen, das über dem Altar zu sehen ist.

 

Schriftlesung

Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota, das heißt übersetzt: Schädelhöhe. Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er aber nahm ihn nicht. Dann kreuzigten sie ihn. Sie verteilten seine Kleider, indem sie das Los über sie warfen, wer was bekommen sollte. Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und eine Aufschrift gab seine Schuld an: Der König der Juden. Mk 15,22-26

 

Impuls

Ich sitze in einer der ersten Bänke und schaue zum Kreuz. Ein Sonnenstrahl bringt es zum Leuchten.
Ob es auch leuchtet, wenn Wolken die Sonne bedecken oder in der Nacht, wenn von außen das Licht der Lampen eindringt?
Ein Kreuz das leuchtet.
Leid und Auferstehung.
Ich denke an den Dichter Alfred Döblin, der auf der Flucht vor den Nazis in Paris in den Kirchen in auswegloser Situation Schutz suchte.
Immer wieder schaute er, der nicht glaubt, auf das Kreuz.
Das Kreuz wird zur Zuflucht, zum Ort, wo er mit seinem Leid nicht mehr so allein ist, wo er beginnt nach dem Glauben zu fragen.

Im Kreuz unseres Domes leuchtet etwas auf, besonders wenn die Sonne scheint:
Im Tod wird das Leben, im Sterben die Hoffnung.
Kommen vielleicht deshalb Menschen in unseren Dom, um von diesem Kreuz Trost und Hilfe zu empfangen?

Wir sind eingeladen, in diesen Tagen hier zu verweilen, das Kreuz zu schauen und seine Botschaft neu wahrzunehmen.

 

Gebet

Herr,
wir schauen auf das Kreuz, auf dich den Leidenden, den Gekreuzigten.
Das Leid so vieler bringen wir zu dir. Wir dürfen es hinlegen bei dir und hoffen.
Im Kreuz ist Heil,
im Kreuz ist Leben,
im Kreuz ist Hoffnung – so ruft ein altes Lied.

Lasst uns das glauben für uns und die ganze Welt.

Amen.

 

Foto: Andreas Lechtape