Weihnachtsgruß

Veröffentlicht am 24. Dezember 2019 um 12:00 Uhr

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Weihnachtsbild links ist schlicht gehalten: nur wenige schwarze Striche, die eine Skizze bilden – kein farbiges Gemälde. Diese Form der Darstellung sagt etwas Wichtiges aus: Weihnachten lebt vom Inhalt selber, nicht von dem, was noch alles drumherum gemalt wird. Das kleine Kind, das Gottes Licht in die Welt bringt und so Himmel und Erde miteinander verbindet – das ist es.

Im Laufe der Jahrhunderte haben wir uns angewöhnt, dieses schlichte Bild immer prächtiger zu gestalten: Farben, Gold und Beiwerk, großer Rahmen. Das war kein schlechter Wille, es sollte die Bedeutung des Inhalts herausstellen. Aber manchmal verschwindet ein Bild auch fast vor lauter goldener schwerer Rahmung. Übrigens nicht nur das Bild – auch das Fest als Ganzes kann verschwinden vor lauter Rahmung: durch Aufwand für die Feier, Geschenke, festliches Essen. Den Rahmen besorgen und kaufen wir selber – der Inhalt des Festes, Gottes Licht in unserer Welt, ist nur als Geschenk zu erhalten. Ich habe ein paar bedenkenswerte Zeilen gefunden zu dem, was wir uns selber kaufen können:

Was man für Geld kaufen kann

Ein Bett – aber keinen Schlaf.
Schmuck – aber keine Schönheit.
Ein Haus – aber kein Heim.
Medikamente – aber keine Gesundheit.
Vergnügen – aber kein Glück.
Bücher – aber keine Weisheit.
Weihnachtsgeschenke – aber keine Freude.
Eine Bibel – aber keinen Glauben.

Das schlichte, ungerahmte Weihnachtsbild: für mich ist es in diesem Jahr eine Erinnerung daran, dass der Inhalt des Weihnachtsfestes ebenso schlicht und einfach ist. Der zu besorgende und zu kaufende Rahmen kann vielleicht dem Inhalt Glanz und Bedeutung geben – er kann aber den Inhalt auch verdecken und verbergen.

Dass der schlichte Inhalt des Festes Sie berührt und Ihnen Gottes Segen schenkt, wünscht Ihnen im Namen des gesamten Teams des St. Marien-Doms

Ihr Peter Mies
Dompfarrer